Durch die maraskanische Hölle

Die Wipfeltiger haben uns noch ein wenig durch den Dschungel  begleitet und gezeigt wie wir auf die Tuzak-Jergan-Straße kommen können. Leider waren wir uns nicht sicher, ob es der richtige Weg war und als wir nach längerem Dschungelmarsch auf einer Reisplantage trafen, freuten wir uns. Die Arbeiter und Vorarbeiter der Plantage gaben uns neue Orientierung und so setzten wir unseren Weg fort und kamen zu einem Hochsitz. Wir waren froh, endlich wieder auf ein Zeichen von Zivilisation zu stoßen.

Wir fanden einen toten Soldaten der sich wohl beim hinabsteigen der Leiter das Genick gebrochen hatte. Wir hätten dieser Person sehr gerne geholfen, aber wir kamen zu spät……..oder so ähnlich….

Nicht weit entfernt lag das Fort „Retoglück“ welches von Hauptmann Drastan von Erlenholm geführt wird. Von Führung zu reden wäre aber eine leichte Übertreibung denn nicht nur der Name klang nach Vergangenheit. Die Besatzung des Forts wartet bereits seit einigen Jahren auf ihre Ablösung und es hat sich eine Art und Weise breit gemacht, die ich so noch nicht erlebt habe, wenn man einmal  von unserem Krieger Caibre absieht.

Der einzige einigermaßen normale Mensch schien mir der Medicus Quendan zu sein. Er redete mit unseren Magistern über Heilkräuter. Er bat  uns inständig darum, Hilfe zu schicken.  Die Blödheit der Bewohner zeigte sich z.B. da drin, dass sie einen Toten in  einem Käfig, welcher sofort erkenntlich schon seit längerem tot ist nicht begruben. Er hatte sich betrunken seiner flüssigen Körperausscheidungen in den Brunnen des Forts entledigt. Ob er durch Krankheit oder Wassermangel starb kann ich nicht sagen. Auch das Essen war mehr als merkwürdig.

Am selben Abend wurde unseretwegen ein Festessen  veranstaltet. Vielerlei sonderliche Gerichte gab es dort und ich traute mich, etwas davon zu probieren. Vielleicht hätte es mich verwundern sollen, dass Inos sich zurück gehalten hat aber  meine Neugier siegte dann doch. Es gab u.a. gebratenen Affen welcher mehr als widerlich schmeckte. In diesem Zusammenhang erinnere ich mich an Aufzeichnungen meines verehrten Kollegen Indianatus Jonasik, welcher bei der Erkundung eines Tempels einmal Affenhirn auf Eis gegessen haben soll. Nun kann ich seine Worte sehr gut nachvollziehen. Nervös machte uns dann noch ein abgerissener Steckbrief, welcher so unkenntlich war, dass wir nur vermuten konnten, dass dieser Steckbrief uns beschreiben soll. Wie dies sein kann ist uns aber noch ein Rätsel und vielleicht sind wir nur paranoid.

Nachdem wir dieses Fort verlassen hatten, kamen wir bald zur Tuzak-Jergan-Straße und folgten dieser nach Süden bis zu dem Ort Alrurdan, dieser ist nicht mit dem Ort Al Bundy zu verwechseln, der ein reines Moloch ist. Unser Krieger Caibre…..aber das hatten wir schon mal….

In Alrurdan fielen uns sogleich zwei Tavernen auf, eine mittelreichische und eine maraskanische. Der „Baliho Bär“ lud mich sogleich ein Informationen zu sammeln und etwas mittelreichische Luft zu schnuppern. In der Taverne konnten wir zumindest sehr gut essen, Informationen waren aber leider nicht zu bekommen. Dafür bestätigte sich unser Verdacht und wir fanden Steckbriefe auf denen wir eindeutig zu erkennen waren.

Inos versuchte sich zur selben Zeit in der maraskanischen Taverne mit Informationen einzudecken. Leider konnte sie außer „familiären“ Informationen nichts herausfinden.

Weiterhin gibt es in Alrurdan eine mittlreichische Kaserne unter der Leitung von Hauptmann Helmdengler. Er berichtete uns, dass der Haranydad sehr aktiv sei. Um weitere Informationen unter den Soldaten zu sammeln lies ich mich als Kartenzeichner anstellen und konnte so Informationen sammeln ohne gleich erkannt zu werden.  Hauptmann Helmdengler konnte uns auch nicht sagen, wo die Enduriummine liegt. Er wusste nur, dass sie irgendwo in der Maraskankette  liegen soll und dass die Drachengarde dafür zuständig ist. Vor ein paar Monaten soll bereits eine offizielle Gruppe aus Rommilys nach der Karawane gefragt haben.

Während ich erfolglos versuchte, Informationen zu sammeln und unser Krieger damit beschäftigt war, uns Schwierigkeiten zu bereiten, die anderen wiederum damit beschäftigt waren diese Schwierigkeiten abzuwenden, wurde Inos in den Rur und Gror Tempel zum Hochgeschwisterpaar Galideran und Daruziber gerufen. Inos besprach unsere Pläne und uns wurde der Führer Marech zur Seite gestellt. Dieser hat eine sehr interessante Art des Weg findens. Er wirft dauernd einen Diskus und folgt dieser Richtung. Wäre es um die Anzahl der Würfe gegangen, wäre eine Ähnlichkeit mit der im Norden bekannten Tradition zu erkennen, eine Kugel mit möglichst wenig Würfen über eine bestimmte Distanz zu werfen.

Zumindest konnte er uns gut den Weg zeigen und wir bogen ohne ersichtlichen Grund an einer Stelle in den Dschungel, die ich niemals gefunden hätte. Kurze Zeit später trafen wir auf einen alten Kampfschauplatz. Wir fanden mehrere Pfeile von Rebellengruppen und konnten sogar einige davon zuordnen.

Später am Tage erreichten wir ein Dorf, in dem Feierlichkeiten zur Geburt eines Kindes abgehalten wurden. Dies war eine sehr schöne Abwechslung und wir konnten für einige Zeit unsere Probleme vergessen und ausgelassen feiern. Ich, bzw. wir, wissen nun auch, wie die Maraskaner ihre bunten Haare bekommen. Dafür benutzen sie das Sekret des Regenbogenanbeters . Es fühlte sich anfangs sehr komisch an, aber die ausgelassene Stimmung wirkte sich auch auf mich aus. Ich frage mich, wann ich eigentlich zum letzten Mal so ausgelassen gefeiert habe. Vielleicht schon nicht mehr seitdem die De Marinals damals in Khunchom ankamen und die Ereignisse in der gorischen Wüste ihren Anfang nahmen.

Manchmal kann Unwissenheit ein Segen sein.

Jenko Emaneff am 11. Praios 1019

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